Zurück in den Arbeitsalltag nach Weihnachten: So gelingt der Start im Jänner

Der Abend davor: 30 Minuten, die Ihnen den ersten Vormittag retten
Warten Sie nicht auf den ersten Arbeitsmorgen. Nehmen Sie sich am Vorabend 30 Minuten und erledigen Sie drei Dinge:
Schauen Sie in den Kalender, was in der ersten Woche ansteht. Mehr nicht – das Postfach bleibt vorerst zu.
Notieren Sie drei konkrete Aufgaben für den ersten Tag. Nicht zwanzig, drei.
Räumen Sie Schreibtisch oder Desktop auf. Die Unordnung vom Dezember verstärkt am nächsten Tag nur das Gefühl, hinterherzuhinken.

Tipp
Tag eins: zuerst der Überblick, dann die Arbeit
Der größte Fehler am ersten Tag ist, sofort ins größte angefangene Projekt zu springen. Bringen Sie stattdessen zuerst Ordnung in die Informationen.
Gehen Sie das Postfach in drei Schritten durch: Newsletter und Benachrichtigungen ungelesen löschen, den Rest in „heute antworten", „diese Woche" und „Archiv" sortieren, und erst dann mit dem Antworten beginnen. Damit ist der Großteil erledigt, und das Postfach wirkt nicht mehr wie eine Bedrohung.
Danach nehmen Sie sich einfache Aufgaben vor, die schnell abgeschlossen sind. Ein paar erledigte Punkte bis Mittag geben Ihnen den Schwung, den Sie am Nachmittag für die anspruchsvollere Arbeit brauchen. Nicht hudeln – aber auch nicht im großen Projekt versanden.

Beispiel
Als EPU oder Selbstständige bestimmen Sie das Tempo selbst
Wenn Sie ein eigenes Unternehmen führen, sortiert niemand das Postfach für Sie, und Kunden melden sich schon am 2. Jänner. Sie haben aber auch einen Vorteil: Das Tempo des Wiedereinstiegs legen Sie selbst fest. Wer sich fragt, ob sich das freie Arbeiten auf Dauer trägt, findet Antworten in unserem Beitrag zu Freelancing in Österreich als Weg zur Stabilität.
Teilen Sie Kunden Ihren Rückkehrtermin vorab mit und lassen Sie die Abwesenheitsnotiz auch am ersten Arbeitstag aktiv. Niemand erwartet eine Antwort binnen einer Stunde.
Nehmen Sie am ersten Tag keine neuen Aufträge an. Schließen Sie Angefangenes ab, melden Sie sich bei wartenden Kunden zurück und bearbeiten Sie neue Anfragen ab dem zweiten Tag.
Prüfen Sie die Fristen, die über die Feiertage nicht gewartet haben: Zahlungsziele Ihrer Rechnungen, die Umsatzsteuervoranmeldung, SVS-Beiträge und weitere Jänner-Termine. Genaue Daten und Beträge klären Sie mit Ihrer Steuerberaterin oder auf den Seiten des Finanzamts bzw. der SVS – sie können sich jährlich ändern.
Tag zwei und drei: den Rhythmus schrittweise aufbauen
Verlangen Sie am ersten Tag keine volle Leistung von sich. Realistisch sind 60 bis 70 Prozent des normalen Tempos, und das ist in Ordnung – das Gehirn braucht ein paar Tage, um aus dem Urlaubsmodus umzuschalten.
Was hilft: zurück zum gewohnten Schlafrhythmus (zur gleichen Zeit aufstehen wie vor den Feiertagen, auch am Wochenende), zumindest ein kurzer Spaziergang und etwas in der ersten Woche, auf das Sie sich freuen. Kleinigkeiten wirken: ein Abendessen mit Freunden, Sport, ein weiterer freier Tag, der schon im Kalender steht.
Wie lange dauert das Motivationsloch nach den Feiertagen?
Meist ein paar Tage, höchstens die erste Arbeitswoche. Hält die Unlust deutlich länger an, liegt es nicht mehr an den Feiertagen, sondern an der Arbeit selbst.
Muss ich am ersten Tag alle E-Mails beantworten?
Nein. Sortieren Sie das Postfach zuerst: Newsletter löschen, den Rest in „heute", „diese Woche" und „Archiv" aufteilen. Antworten Sie nur auf die erste Gruppe.
Wann sollte ich als EPU Rechnungen und Fristen prüfen?
Gleich am ersten Tag, aber kurz. Prüfen Sie, welche Rechnungen über die Feiertage fällig wurden, schicken Sie Erinnerungen und klären Sie die Jänner-Fristen. Neue Aufträge erst ab dem zweiten Tag.Oft ja, besonders wenn die freien Tage genau am Wochenende enden. Ein Start am Mittwoch statt am Montag verkürzt die erste Woche und macht den Einstieg sanfter.
Hilft ein zusätzlicher freier Tag nach den Feiertagen?
Oft ja, besonders wenn die freien Tage genau am Wochenende enden. Ein Start am Mittwoch statt am Montag verkürzt die erste Woche und macht den Einstieg sanfter.
Wie motiviere ich mich, wenn ich überhaupt keine Lust habe?
Warten Sie nicht auf Motivation, sondern beginnen Sie mit einer Aufgabe, die in 15 Minuten erledigt ist. Schwung entsteht durch Erledigtes, nicht davor. Und planen Sie für die erste Woche etwas, auf das Sie sich freuen.